Reise in den Ural – Von Leipzig nach Leipzig

Denkmal Völkerfreundschaft

Man muss wissen, dass es den Ort Leipzig auch in Russland gibt, ein Dorf, über das in den letzten Jahren mehrfach in der Leipziger Volkszeitung und im Fernsehen berichtet wurde. Es würde dort das Völkerschlachtdenkmal nachgebaut … Was für ein Quatsch, solch einen Koloss nachbauen zu wollen! … Das kommt davon, wenn man nur über die Zeilen huscht und nicht wirklich liest. Denn später fiel der Begriff Leipzig im Ural wieder, aus dem Munde eines Mitgliedes der Aktiven Senioren Leipzig, das wiederum Leute kennt, die dort mitmachen … So wurden wir neugierig und wollten mehr erfahren über Leipzig im Ural.

Ein wichtiger Vertreter des Vereins »Leipzig – Brücke der Kulturen e.V. «, Heiko Waber, stellte sich, zwei Tage nach seiner Rückkehr aus Leipzig/Russland, für einen Vortrag zur Verfügung. So waren wir zwar nicht selbst im russischen Leipzig, konnten aber etwas über dessen Geschichte erfahren: Dass beispielsweise früher die Siedlungen der Orenburger Kosaken nummeriert waren, diese später bei der Rückkehr aus den Kriegen des 18. und 19. Jahrhunderts nach Schauplätzen eines Sieges benannt wurden. In unserem Fall war es 1813 in Leipzig der Sieg über Napoleon.

Unspektakulär, voller Sachverstand und mit viel Engagement sprach Heiko Waber über die Aktivitäten des Integrationsvereins und anderer Sachsen, wie sie das Denkmal planten und als Völkerfreundschaftsdenkmal, gestaltet vom Leipziger Künstler Michael Fischer-Art, errichteten. Er beschrieb, wie sie die Menschen dort erlebten, von ihnen aufgenommen wurden und welche weiteren Vorhaben im fernen Leipzig im Ural gemeinsam geplant sind.

Immer wieder trafen wir im Vortrag auf das Sinnen der Initiative: »Wer miteinander spricht, lernt sich kennen und schießt nicht aufeinander«, wie es der Initiator Nasur Yurushbaev damals in einem Grußwort formulierte. »In Zeiten angespannter Beziehungen zwischen Deutschland und Russland möchten wir als Bürgerinitiative mit unserem Denkmal eine Brücke der Freundschaft und des Friedens schlagen«.

Vielleicht finden auch mal Aktive Senioren Leipzigs den Weg nach Leipzig im Ural?